Chiptuning – Kein Vorteil ohne Nachteil

Seit dem Einzug der elektronischen Motorsteuerung erfreut sich das Tunen des Motors mittels Austauschchips oder -programmen großer Beliebtheit und das aus guten Gründen: Chiptuning ist relativ einfach und mit wenig Arbeitsaufwand zu bewerkstelligen, die Kosten halten sich im Vergleich mit anderen Leistungssteigernden Maßnahmen im Rahmen und es geht meistens schnell.Doch jede Medaille hat auch ihre Kehrseite, über die man sich ebenfalls im Klaren sein sollte.

Leistungsreserven werden durch Chiptuning ausgereizt

Und ewig lockt mehr Leistung – doch wo die Mehrleistung für mehr Power sorgt, steigt auch der Verschleiß. Foto: Margot Kessler / pixelio.de

Beim Tunen mittels Chip werden die Leistungsreserven eines Motors ausgereizt. Hierfür werden die Steuerparameter der Motorsteuerung verändert. Es wird entweder ein neuer Chip verbaut oder bei wiederbeschreibbaren Originalsteuerchips neue Daten auf diese programmiert. Auf diese Weise können alle Steuerungs- und Regelungsmaßnahmen, wie etwa angesaugte Luftmenge, Einspritzzeitpunkt und -menge oder auch Ladedruck des Turboladers, verändert werden. So sind von professionellen Tunern Leistungssteigerungen von 40% Prozent erreichbar. Moderne Turbodieselmotoren eignen sich für diese Art von Tuning am besten, hier ist auch die größte Leistungssteigerung möglich.

Der größte Nachteil dieser Art von Tuning ist, dass die Motorteile nicht auf die gesteigerte Leistung ausgelegt sind. Daher verschleißt ein chipgetunter Motor in der Regel wesentlich schneller als ein nicht getunter, da die einzelnen Bauteile des Motors einer viel größeren Belastung ausgesetzt sind. Diese Belastung steigt natürlich direkt proportional zu der erreichten Leistungssteigerung. So kann eine nur geringe Leistungssteigerung spurlos am Motor vorübergehen, wohingegen eine größere Leistungssteigerung ziemlich rasch zur Abnutzung einzelner Bauteile führen kann.

Seriöse Tuner kennen allerdings die jeweiligen Grenzwerte der zu tunenden Fahrzeuge und werden immer deutlich unter diesen bleiben. Mit dem Einsatz von getunten Chips verfallen in der Regel auch etwaige Garantien und Gewährleistungen des Fahrzeugherstellers, ein weiterer Aspekt, den man bedenken sollte. Ebenso wie andere Veränderungen am Fahrzeug, z.B. größere Felgen, muss auch Chiptuning vom TÜV bzw. der DEKRA abgenommen und in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden. Sollte man dies nicht machen, verfällt die Straßenzulassung des Fahrzeugs und es drohen hohe Geldbußen sowie Punkte in Flensburg. Darüber hinaus gilt bei nicht eingetragenem Chiptuning auch der Versicherungsschutz nicht mehr, was einen teuer zu stehen kommen kann. All dies sollte man bedenken, bevor man mit seinem Fahrzeug zum Chiptuner fährt.

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